Hilfe zu den Merkmalen

Hier werden die einzelnen Merkmalsgruppen beschrieben, wie sie in der Merkmalsuche verwendet werden. Bitte machen Sie sich mit den Begriffen und deren Bedeutung vertraut, das wird Ihre Suchergebnisse erheblich verbessern.

Wichtiger Tipp: Geben Sie nur wenige (4-6), dafür aber besonders markante Merkmale an.

Wählen Sie eins der folgenden Kapitel.
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Pilzart, Gruppen­auswahl Hut
Hymenium, Fruchtschicht Stiel
Fleisch Standort
Sporen
Pilzart, Gruppenauswahl

Mit der Pilzart wird grundlegend entschieden in welcher Gruppe von Pilzen gesucht werden soll. Anders als bei allen anderen Merkmalen ist dieser Punkt exklusiv, d.h. Pilze aus den anderen Pilzarten (Gruppen) können im Ergebnis nicht mehr erscheinen.

Zunächst gibt es die drei klassischen Pilzarten Röhrenpilze (inkl. Porlinge), Lamellenpilze (inkl. Leistenpilze) und Stachelpilze (inkl. stacheliger Porlinge).

Mit Sonstige erreichen Sie alle anderen Arten.

Für eine schnelle Suche gibt es einige Spezialgruppen wie Leistenpilze (z.B. Pfifferlinge), Morcheln und Lorcheln. Hat man einen Pilz einer dieser Gruppen zuordnen können, so wird das Suchergebnis wesentlich gezielter. Im derzeitigen Ausbaustand der App werden meist keine weiteren Suchmerkmale benötigt.

Hinweis: Wenn Sie keine Gruppe auswählen, wird in allen Pilzen gesucht. Klicken Sie dazu erneut auf die gewählte Pilzart, so dass die Auswahl verschwindet.

Hut

Die Hutmerkmale sind in die vier Kategorien Farbe, Form, Rand und Oberfläche unterteilt.

Die Hutfarbe ist ein nur scheinbar einfaches Bestimmungsmerkmal. Oft werden sehr feine Farbnuancen bewertet, in anderen Fällen sind die Hüte derart farbvariabel (z.B. Täublinge) dass es gar keine typische Farbe gibt. Hier ist es besonders wichtig ein normal altes Exemplar zu beurteilen, dass nicht in der direkten Sonne stand, aber auch nicht von Blättern etc. abgedeckt war. Aufgrund der Variabilität der Farben sind hier nur die Grundfarben angegeben, die sie am Pilz erkennen können. Bei den meisten Pilzen reagiert die Suche auf mehrere Farben, geben Sie aber bitte nur eine ein.

Die Hutform ist bei vielen Pilze sehr ähnlich. Die meisten haben einen gewölbten Hut, manche sind fast kugelig, kegelig oder glockig, andere wiederum sind in der Mitte stark vertieft (Trichterförmig). Wichtig ist oft die Form der Hutmitte: Ist hier eine kleine Erhöhung (Buckel) oder eine kleine Vertiefung (Nabel oder Niedergedrückt)?

Die Hutränder können glatt, gerieft, eingerissen oder wellig sein oder gar überstehen. Bei vielen Pilzen ist das ein wichtiges Bestimmungsmerkmal.

Die Hutoberfläche kann glatt sein, samtig, schmierig oder aber auch flockig. Manche Pilze haben Schuppen oder Hüllreste auf dem Hut. Auch die Verteilung der Elementen auf der Oberfläche spielt oft eine wichtige Rolle.

Hymenium, Fruchtschicht

Unter Hymenium versteht man den sporentragenden Teil des Pilzes, das sind Lamellen, Röhren, Poren, Stacheln aber auch einfache Flächen (Schichtpilze, Becherlinge). Die Hymeniummerkmale sind in die vier Kategorien Farbe, Anwuchsart, Form und Schneide unterteilt.

Die Farbe, z.B. die Lamellenfarbe verändert sich beim Pilz im Laufe der Zeit. Die natürliche Farbe wird bei der Sporenreife zunehmend von der Sporenfarbe überlagert. Oft zeigen junge Pilze die Lamellenfarbe, alte Pilze die Sporenfarbe. Darauf ist aber kein Verlass.

Die Anwuchsart beschreibt den Übergang vom Hymenium (Lamellen, Röhren) an den Stiel. Ist dort ein Abstand, spricht man von frei. Es gibt aber auch ausgebuchtet, angewachsen und herablaufend. Das ist nicht immer leicht zu erkennen, die kleinen Piktogramme sollen dabei helfen. Am Einfachsten erkennbar ist das, wenn man den Pilz quer mit einem scharfen (!) Messer durchschneidet. Bei jungen Pilzen, bei denen der Hut noch nicht aufgegangen ist, erscheinen freie Lamellen sonst wie angewachsen.

Bei der Form der Lamellen (natürlich auch der Röhren, Stacheln etc.) muss man schon etwas genauer hinschauen. Es gibt untermischte und gegabelte Lamellen, dicht- oder weit auseinander stehende Lamellen, Röhren mit ganz feinen Poren, runde und eckige Poren und vieles mehr. Für einige dieser Merkmale muss man einen "Blick" bekommen.

Die Schneide (Lamellenschneide, Poren) ist die sichtbare Unterseite der Lamellen, auf die man bei umgedrehtem Pilz direkt darauf sieht. Wenn sie sich von der normalen Lamelle unterscheidet ist das ein wichtiges Merkmal, das nicht allzu viele Pilze haben. Besonderheiten sind hier abweichende Farben zur Lamellenfläche, aber auch Welligkeiten, Sägemuster, etc.

Hinweis: Lamellenpilzen haben Lamellen deren Unterseite Lamellenschneide heißt, bei Röhrlingen gibt es die Röhren deren Enden Poren heissen.

Stiel

Die Stielmerkmale sind in die fünf Kategorien Farbe, Form, Ring, Oberfläche und Fleisch unterteilt.

Die Farbe des Stiels ist je nach Alter des Pilzes oft recht unterschiedlich. Neben Alterungsprozessen beeinflusst auch die Farbe der herabfallenden Sporen das Aussehen. Oberhalb der Ringzone ist die Farbe oft anders als unterhalb. Häufig ähnelt sie dem des Hutes, deshalb kann hier auch "wie Hutfarbe" angeklickt werden.

Die Form des Stiels gibt wertvolle Hinweise auf die Pilzgattung und Art. Von schlanken dünnen Stielen bis zu dickbauchigen gibt es alle Varianten. Oft befindet sich an der Stielbasis eine Knolle, deren Form sehr aussagekräftig ist.

Ein Ring kennzeichnet viele Pilzarten. Manchmal ist er kräftig und dauerhaft, manchmal sehr flüchtig und oft nur als Ringzone angedeutet. Mal steigt er auf, mal hängt er herab. Er kann gerieft sein. Ist ein Ring flüchtig, so kann er sogar fehlen, obwohl der Pilz im jungen Zustand einen besessen hatte. Dieses Merkmal ist oft sehr schwer erkennbar.

Bei der Oberfläche ist der Unterschied zwischen Stielspitze (oben) und Stielbasis (unten) oft besonders groß. Bei jungen Pilzen ist die Stielspitze oft lange vom Teilvelum (daraus wird später ggf. ein Ring) bedeckt (geschützt) und hat oft von den Lamellen einen Abdruck als Riefung erhalten. Der Bereich unterhalb der Ringzone war schon früh der Umwelt ausgesetzt. Schuppen befinden sich meist unterhalb der Ringzone.

Das Fleisch und seine innere Struktur erkennt man erst beim Durchschneiden des Pilzes. Hier ist nur das Stielfleisch (!) gemeint. Es kann fest, weich oder gar wattig sein. Oft ist der Stiel im Alter hohl, selten gekammert. Bei einigen Pilzen verfärbt sich das Fleisch, sobald Luftsauerstoff daran kommt. Im Extremfall, wie bei den Hexenröhrlingen, ist es in Sekundenschnelle tief dunkelblau eingefärbt. Bei Täublingen und Milchlingen besteht es aus kugeligen Zellen, die mit Knack auseinanderbrechen und keine Fasern bilden.

Fleisch

Das Fleisch des Pilzes wird erst beim Durchschneiden erkennbar. Hier ist das gesamte Fleisch, nämlich von Hut und Stiel gemeint. Die Fleischmerkmale sind in fünf die Kategorien Farbe, Konsistenz, Geruch, Geschmack und Chemie unterteilt.

Die Farbe des Fleisches eines aufgeschnittenen Pilzes unterscheidet sich oft von der der Oberfläche, manchmal verfärbt es sich sogar. Das ergibt wichtige Bestimmungshinweise.

Die Konsistenz des Fleisches gibt oft wertvolle Hinweise auf die Gattung oder Art. Täublinge haben z.B. brüchiges Fleisch, Nelkenschwindlinge hingegen sind sehr zäh. Einige Tintlinge zerfließen im Alter.

Der Geruch ist oft ein entscheidendes Bestimmungsmerkmal, insbesondere wenn er kräftig oder auffallend ist. Er ist bei kaltem Wetter oft schlecht oder gar nicht warnehmbar. Anis-Champignons riechen z. B. sehr intensiv nach Anis, die Stinkmorchel nach Aas und der Knoblauchschwindling nach Knoblauch. Manche haben sehr charakteristische Gerüche. Nimmt man nicht gleich etwas war, so reibt man über die Lamellen oder den Stiel und riecht erneut. Bei kaltem Wetter wärmt man den Pilz etwas auf, zumindest an der Stelle an der man riechen möchte.

Auch der Geschmack ist ein wichtiges, aber auch gefährliches Bestimmungsmerkmal. Eine Geschmacksprobe darf man nur machen, wenn man den Pilz schon ganz gut erkannt hat und es sich nicht um einen Giftpilz handelt. Der Steinpilz schmeckt z. B. schön mild, der gern damit verwechselte Gallenröhrling ist so intensiv bitter, dass schon ein Anlecken unangenehm ist. Bei Täublingen ist die Geschmacksprobe wichtig, um essbare von ungenießbaren und giftigen zu unterscheiden.

Die Chemie hilft oft bei der Bestimmung. Viele Pilze lassen sich rein makroskopisch (d. h. durch reines Betrachten) nicht bestimmen. Bei manchen Arten wird die Erkennung erst durch chemische Reaktionen mit sogenannten Makroreagenzien möglich. Profis haben deshalb oft ein ganzes Sortiment an Chemikalienfläschchen bei sich. Es gibt Schäffer-Reaktionen für Champignonarten, Guajak und Eisensulfat für Täublinge, u . v. a. m.

Standort

Der Standort wird in die drei Kategorien Biotop, Baumart und Boden unterteilt.

Das Biotop (Wuchsumgebung) gibt oft schon deutliche Hinweise welcher Pilz es sein kann und welcher nicht. Wählen Sie ob der Pilz im Wald, auf einer Wiese, einer Obstplantage, auf einer Düne am Strand etc. wächst. Manche Pilze wachsen nur im Wald, weil sie auf Mykorrhiza-Bäume angewiesen sind, andere benötigen keine Baumpartner und wachsen z.B. auf Wiesen und Weiden.

Die Baumart ist oft wichtig, weil sich viele Pilze auf bestimmte Baum- oder Pflanzengruppen spezialisiert haben, besonders Mykorrhiza-Pilze, aber auch Saprobionten. Allein die Angabe der Baumart reduziert die Anzahl der in Frage kommenden Pilze schon erheblich. Ist der Pilz fest an einen bestimmten Baum gebunden, so wird er ganz vorn aufgelistet, wächst er bevorzugt dort, so steht er recht weit oben. Kommt er dort nicht vor, so wandert er durch Minuspunkte in der Bewertung weit nach unten.

Der Boden entscheidet bei vielen Arten, ob sie dort überhaupt wachsen können. Viele Pilze benötigen sehr spezielle Bodenbedingungen. Einige wachsen auf kalkhaltigen (basischen) Böden, andere mögen das überhaupt nicht. Pilze, wie der Stadtchampignon gedeihen auf verdichteten Böden, wie sie im städtischen Umfeld vorkommen.

Hinweis: Geben Sie als einziges Suchkriterium einmal Birke als Baum ein. In der Ergebnisliste stehen die strengen Birkenbegleiter, wie z.B. der Birkenpilz, ganz oben. Bei Buche ist es z.B. die Herkuleskeule, bei Holunder finden Sie so sehr schnell das essbare Judasohr. Bei Esche findet man viele Morchelarten, jedoch nicht mit 100%, weil sie auch bei anderen Bäumen vorkommen. An Flussufern und Bachläufen wächst der Samtfußrübling gern, weil er Bäume wie die Weide bevorzugt, die eben diesen Standort besonders mag. Bei Täublingen und Milchlingen gibt es häufig ganz bestimmte Baumpartnerschaften. Ohne deren Kenntnis ist eine Bestimmung auch mit Mikroskop oft nicht möglich.

Sporen

Die Sporen sind beim Mikroskopieren meist am einfachsten bestimmbar und geben oft schon Aufschluss über die Gattung, in der man sich befindet. Die Sporenmerkmale werden in die vier Kategorien SPP-Farbe, Form, Oberfläche und Sonstiges unterteilt.

Die SPP-Farbe (Sporenpulverfarbe) lässt sich ohne Mikroskop bestimmen. Trennen Sie den Hut vom Stiel und legen Sie ihn mit den Lamellen/Röhren nach unten auf ein weißes Stück Papier. Damit die Sporen nicht verwehen, decken Sie das Ganze mit einer Tasse o.ä. ab. Nach einigen Stunden sehen Sie auf dem Papier die Sporen. Bilden Sie daraus mit einem Messer einen kleines Häufchen, so dass Sie die Farbe beurteilen können. Um Sie nicht mit feinsten Farbabweichungen zu verwirren, die z.B. bei Täublingen eine wichtige Rolle spielen, sind hier zunächst nur die wichtigsten Farbgruppen aufgeführt, wie sie gängige Pilzbücher beschreiben.

Die Form der Sporen ist manchmal recht gut zu beschreiben, insbesondere wenn sie nicht nur irgendwie elliptisch ist. Sehr viele Sporen sind breitelliptisch oder ähnlich, so dass das meist kein gutes Merkmal ist. Haben sie aber eine abweichende Form, so ist das ein wichtiges Bestimmungsmerkmal.

Die Oberfläche der Sporen ist oft schwer einschätzbar. Hier kommt es auf gute Beobachtungsgabe an, so dass hier nur einige relativ leicht erkennbare Merkmale abgefragt werden. Innerhalb einzelner Gattungen gibt es aber noch viel feinere Unterschiede, die hier den Rahmen sprengen würden.

Unter Sonstiges sind besondere Sporenmerkmale aufgeführt, die in keine der ersten Kategorien passen. Eine wichtige Eigenschaft ist die Reaktion auf eine Jodlösung wie Melzers-Reagenz oder Lugol. Färbt sich die Sporenüberfläche blau-dunkelgrau, so spricht man vom amyloiden Sporen (J+), färbt sie sich rotbraun sind sie dextrinoid, färbt sie sich gar nicht sind sie inamyloid (J-). Das kann man meist auch ohne Mikroskop an einem kleinen Häufchen Sporenpulver testen.